Badesee wegen Bakterien vorübergehend geschlossen
Badesee wegen Bakterien vorübergehend geschlossen, Foto: pexels

Mitten im Hochsommer bleibt der beliebte Baggersee Streitköpfle in Linkenheim-Hochstetten geschlossen. Grund ist eine erhöhte Belastung durch Darmbakterien. Die Behörden untersuchten das Wasser und sprachen ein vorübergehendes Badeverbot aus.

  • Wasserprobe am 4. August entnommen
  • Intestinale Enterokokken über dem Grenzwert
  • Mögliche Ursache: Wasservögel oder Starkregen
  • Erste Nachprobe bereits erfolgt, zweite folgt am 11. August

Inhaltsverzeichnis:

Hohe Bakterienwerte im Streitköpfle-See

Am Montag, dem 4. August, entnahmen Fachleute eine Wasserprobe im Baggersee Streitköpfle. Die Analyse ergab eine erhöhte Konzentration von intestinalen Enterokokken. Diese Darmbakterien gelten als hygienische Indikatoren in Badegewässern. Bei Überschreitung des gesetzlichen Richtwertes ist das Baden nicht mehr erlaubt. Das Landratsamt Karlsruhe sowie die Gemeinde informierten am Donnerstag über die Sperrung.

Der See, im Landkreis Karlsruhe gelegen und im Volksmund auch „BaLi“ genannt, bleibt vorerst geschlossen. Die Maßnahme dient dem Schutz der Badegäste. Die Gemeinde kommuniziert die aktuelle Lage zusätzlich über soziale Medien.

Wasservögel oder Regen verantwortlich?

Die Ursache der Keimbelastung ist bislang unklar. Laut Behörden könnten Wasservögel wie Kanada- oder Nilgänse eine Rolle spielen. Deren Ausscheidungen tragen zur Verunreinigung bei. Eine weitere denkbare Ursache sind die starken Regenfälle der letzten Tage. Dabei kann kontaminiertes Material vom Ufer in das Gewässer gespült werden.

Ein Sprecher des Landratsamtes erklärte, dass durch Niederschläge Fäkalkeime in den See gelangen könnten. Intestinale Enterokokken kommen natürlicherweise im Darm von Menschen und Tieren vor. Werden sie in zu hoher Konzentration festgestellt, steigt das Risiko für das Vorhandensein anderer Krankheitserreger.

Regelmäßige Überwachung durch Behörden

Der Streitköpfle-See gehört zu den offiziell überwachten Badegewässern des Landes Baden-Württemberg. Gemäß der dortigen Badegewässerverordnung erfolgen regelmäßige Kontrollen auf hygienische Qualität. Neben Enterokokken werden auch Cyanobakterien („Blaualgen“) und Escherichia coli analysiert.

Bei Auffälligkeiten wie im aktuellen Fall folgt umgehend ein Badeverbot. Die Gesundheitsbehörden führten bereits am Freitag die erste von zwei vorgeschriebenen Nachproben durch. Die zweite ist für den 11. August geplant. Beide Ergebnisse sind entscheidend für das weitere Vorgehen.

Nil- und Kanadagänse verschmutzen das Wasser
Nil- und Kanadagänse verschmutzen das Wasser, Foto: pixabay

Hoffnung auf baldige Entwarnung

Erste Messwerte zeigen laut Amtsärztin bereits eine Verbesserung der Wasserqualität. Bis zum 15. August sollen die vollständigen Ergebnisse vorliegen. Erst dann kann entschieden werden, ob das Badeverbot aufgehoben wird. Bis dahin bleibt der See gesperrt. Sonnenbaden am Ufer ist weiterhin erlaubt.

Weitere Seen betroffen

Nicht nur Linkenheim-Hochstetten ist betroffen. Auch im Badesee Schnürpflingen im Alb-Donau-Kreis wurde kürzlich eine erhöhte Konzentration von Escherichia coli festgestellt. Derartige kurzfristige Verschmutzungen könnten künftig häufiger auftreten, so die Amtsärztin.

Mit der Zunahme von Wasservögeln an den Seen steigt auch die Wahrscheinlichkeit von mikrobiologischen Belastungen. Die Behörden bitten die Bevölkerung um Verständnis und verweisen auf eine interaktive Karte des Landes Baden-Württemberg. Dort lassen sich aktuelle Badeverbote einsehen.

Derzeit bleibt abzuwarten, ob sich die Lage am Baggersee Streitköpfle bis Mitte August stabilisiert. Die Entscheidung liegt in den Händen der Gesundheitsbehörden, die die Messergebnisse sorgfältig auswerten.

 Quelle: SWR