Ein Ferienangebot mit Experimenten, Projekten und vielen neuen Erfahrungen. Am Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie in Eggenstein-Leopoldshafen trafen sich in den Sommerferien 15 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7 bis 10. Im Science Camp Klima und Umwelt lernen sie, wie Wetterballons funktionieren, welche Daten dabei entstehen und wie der Klimawandel erforscht wird.
Inhaltsverzeichnis:
- Wetterballon startet über Eggenstein-Leopoldshafen
- 15 Jahre Science Camps am KIT
- Unterstützung durch Schülerakademie e.V.
- Motivation und Eigeninteresse
- Finanzierung als ständige Herausforderung
- Wissenschaft erlebbar machen
Wetterballon startet über Eggenstein-Leopoldshafen
In einer großen Halle liegt ein weißer Ballon bereit. Zwei Wissenschaftler erklären Schritt für Schritt die Technik. Bevor er startet, sollen die Jugendlichen raten, wie hoch er steigen kann. Die Antworten reichen von 50 bis 2000 Metern. Die Lösung überrascht: 25 Kilometer, bevor der Ballon platzt.
- Ein Sensor wird am Ballon befestigt
- Die Daten werden während des Aufstiegs gesammelt
- Am Ende werten die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse aus
Hugo, der bald in die 7. Klasse kommt, hilft beim Anbringen des Sensors. Sein Vater arbeitet am KIT und erzählte ihm von diesem Angebot. Micha darf den Ballon starten. Lisa und Hannah beobachten neugierig, wie sich der Ballon füllt. Für sie ist es eine völlig neue Erfahrung, die sie begeistert.
15 Jahre Science Camps am KIT
Die Feriencamps am KIT haben Tradition. Seit 15 Jahren werden sie in verschiedenen Fachbereichen durchgeführt. Das Angebot reicht von Informatik und Softwareentwicklung bis zu Künstlicher Intelligenz, Klima und Umwelt. In dieser Woche steht die Umweltforschung im Mittelpunkt.
Michael Gauß, einer der Organisatoren, betont den Unterschied zum Unterricht. Hier gebe es keine festen Vorgaben. Die Jugendlichen gestalten ihre Projekte selbst. Sie arbeiten eigenständig, probieren Ideen aus und entscheiden über die Schwerpunkte. Das Camp dauert fünf Tage und endet mit einer Präsentation.
Themen im diesjährigen Camp
- Aufbau und Funktion von Wetterballons
- Beobachtung klimatischer Veränderungen
- Entstehung von Wind und Wolken
- Eigenständige Auswertung der erhobenen Daten
Die Schülerinnen und Schüler tauchen tief in die Materie ein. Sie arbeiten in Gruppen, nutzen Messgeräte und diskutieren die Ergebnisse.
Unterstützung durch Schülerakademie e.V.
Ein wichtiger Partner ist der Verein Schülerakademie e.V. Dessen Mitglieder begleiten die Kinder seit Beginn der Camps. Sie sind Bindeglied zwischen Schulen und KIT. Klaus-Peter Hüsing, Lehrer und Pädagoge, betreut in diesem Jahr das Klima-Camp. Für ihn steht fest, dass praktisches Arbeiten mehr bringt als reine Theorie.
Die Kinder bestimmen ihre Themen selbst. Pädagogen beraten, aber geben nicht alles vor. Besonders profitieren Jugendliche mit speziellen Interessen. Sie finden hier die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen und Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen. Hüsing betont, dass sich viele erst hier trauen zu zeigen, wofür sie sich begeistern.
Motivation und Eigeninteresse
Das Science Camp richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler. Doch besonders jene mit echtem Forschungsinteresse melden sich an. Michael Gauß erklärt, dass Freiwilligkeit ein entscheidender Faktor ist. Die Kinder kommen nicht wegen Noten, sondern aus Neugier. Das stärke Motivation und Eigenverantwortung.
Die Jugendlichen erleben, wie Wissenschaft in der Praxis funktioniert. Sie lernen, Daten zu sammeln, Hypothesen zu überprüfen und Ergebnisse vorzustellen. Gleichzeitig entdecken sie, wie Forschungsteams zusammenarbeiten. Auch Studierende sind eingebunden und übernehmen die Rolle von Betreuern.
Finanzierung als ständige Herausforderung
Ein Camp kostet mehr als die Teilnehmerbeiträge decken. Zwischen 70 und 100 Euro zahlen die Familien, doch das reicht nicht aus. Lernmaterialien, Essen, Betreuung und Exkursionen müssen finanziert werden. Im Jubiläumsjahr des KIT halfen drei Stiftungen. Für die kommenden Jahre bleibt die Finanzierung jedoch unklar.
Die Kosten im Überblick
- Teilnahmegebühr: 70–100 Euro
- Verpflegung an allen Tagen
- Materialien für Experimente
- Vergütung für Betreuerinnen und Betreuer
- Freizeitangebote wie ein Besuch im Europabad
Wissenschaft erlebbar machen
Für Michael Gauß sind die Camps mehr als ein Ferienprogramm. Sie geben Jugendlichen die Chance, Wissenschaft hautnah zu erleben. Viele haben zum ersten Mal Kontakt zu einer Universität. Sie sehen Labore, sprechen mit Forschern und können eigene Projekte entwickeln.
Die Kombination aus Praxis, Eigenständigkeit und Teamarbeit macht das Angebot besonders. Wer einmal einen Wetterballon gestartet hat, erinnert sich lange daran. Und nicht selten entsteht daraus ein Interesse, das später zu einem Studium oder Beruf in der Forschung führt.
Das Klima-Science-Camp am KIT zeigt, dass Lernen in den Ferien spannend und nachhaltig sein kann. Es verbindet wissenschaftliche Methoden mit Freude am Entdecken und macht neugierig auf mehr.
Quelle: SWR, YouTube