Eine ungewöhnliche Attraktion lockt in diesem Sommer zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Karlsruher Stadtkirche. Dort präsentiert das ungarische Künstlerkollektiv Maxin10sity seine neue Lichtinstallation „Stellar Sanctuary“. Das Gotteshaus wird bis zum 14. September täglich in den Abendstunden bis 22:30 Uhr in ein begehbares Universum aus Klang und Licht verwandelt.
Inhaltsverzeichnis:
- Maxin10sity und die Schlosslichtspiele Karlsruhe
- Architektur in die Lichtkunst integriert
- 3D-Modell in Ungarn entwickelt
- Claudia Rauch über die Besucher
- Eindrücke des Lichtspiels
- Tamas Vaspori über die Idee
- Daten zur Ausstellung
Maxin10sity und die Schlosslichtspiele Karlsruhe
Das ungarische Künstlerteam Maxin10sity ist seit 2015 fester Bestandteil der Karlsruher Schlosslichtspiele. Auch in diesem Jahr zeigen sie ihre Arbeit im Rahmen des Festivals. Die Stadtkirche Karlsruhe wird durch die Installation zu einem parallel erlebbaren Raum voller visueller Effekte. Die Künstler ließen sich dabei von Sonnenstrahlen im Morgennebel und von Konzertlichtern inspirieren.
Architektur in die Lichtkunst integriert
Die Besonderheit der Installation liegt in der direkten Verbindung zwischen Raum und Projektion. Die Architektur der Kirche mit ihren Säulen, Bögen und Sitzplätzen wurde vollständig in die Gestaltung einbezogen. Tamas Vaspori, Manager von Maxin10sity, betont: „Wir nutzen die Säulen und wissen auch wo die Sitzplätze sind.“ Damit wurde der sakrale Bau selbst Teil der künstlerischen Inszenierung.
3D-Modell in Ungarn entwickelt
Den größten Teil der Vorbereitung erledigten die Künstler in ihrer Heimat. Mithilfe eines 3D-Modells der Stadtkirche, das anhand zahlreicher Fotografien entstand, entwickelten sie die gesamte Installation. Drei Tage benötigten die ungarischen Künstler gemeinsam mit deutschen Technikern, um vor Ort das Projekt aufzubauen. Feinjustierungen wie die Abstimmung des Sounds konnten allerdings nur direkt in Karlsruhe erfolgen.
Claudia Rauch über die Besucher
Die Pfarrerin der Stadtkirche, Claudia Rauch, beobachtet ein vielfältiges Publikum. Ältere Paare, Studierende und Familien mit Kindern besuchen den Kirchenraum zu einer ungewöhnlichen Zeit. Viele nehmen Platz auf den Bänken, lassen die Musik und das Licht auf sich wirken und erleben die Kirche aus einer neuen Perspektive. Rauch erklärt: „Das ist eine Offenheit, die ich gut aushalten kann und die wir sehr gerne bei uns in der Kirche willkommen heißen.“
Eindrücke des Lichtspiels
Das Licht der Installation bewegt sich an den Säulen entlang, fließt wie Wasser über den Boden und bildet an den Wänden Muster, die an Sterne erinnern. Damit entsteht ein spiritueller Raum, der zugleich weltlich zugänglich bleibt. Durch die Kombination von Klang und Projektionen wirkt das Kirchengebäude anders, weniger streng und deutlich lebendiger.
Tamas Vaspori über die Idee
Tamas Vaspori betont, dass die Installation keinen religiösen Anspruch verfolge. „Es sei nicht deren Ziel, Menschen zu Gott finden zu lassen. Wir wollten etwas, dass einen tiefe Gedanken und starke Emotionen fühlen lässt.“ Die verwendete Musik ist eine Mischung aus kirchlichen und weltlichen Klängen. Das Ziel der Künstler ist es, die Menschen zur Ruhe kommen zu lassen und den Moment bewusst wahrzunehmen.
Daten zur Ausstellung
- Titel der Installation: „Stellar Sanctuary“
- Veranstaltungsort: Stadtkirche Karlsruhe
- Künstler: Maxin10sity (Ungarn)
- Dauer: bis 14. September
- Öffnungszeiten: täglich bis 22:30 Uhr
Die Installation verbindet Klang, Architektur und visuelle Effekte zu einem einzigartigen Erlebnis, das die Grenzen zwischen sakralem Raum und moderner Lichtkunst auflöst.
Quelle: SWR, YouTube