Unfal-Kreis Karlsruhe
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Ein schweres Unglück erschütterte am Dienstagnachmittag den Kreis Karlsruhe. An einem unbeschrankten Bahnübergang in der Nähe von Zeutern stieß eine Stadtbahn der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit einem Tanklaster zusammen. Die Kollision führte zu einem Großbrand, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, darunter die 59-jährige Fahrerin der Stadtbahn. Mehrere Fahrgäste wurden verletzt. Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

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Stadtbahn schiebt Tanklaster mehrere Meter vor sich her

Laut Polizei und Feuerwehr ereignete sich der Unfall um 14:15 Uhr auf der Landesstraße L552, kurz vor der Ortseinfahrt Zeutern. Die Stadtbahn war auf dem Weg von Bruchsal nach Odenheim, als sie auf dem Bahnübergang mit dem Tanklaster kollidierte. Der Lastwagen war mit Heizöl beladen und wurde mehrere Meter von der Bahn mitgeschoben, bevor beide Fahrzeuge Feuer fingen.

Die AVG-Stadtbahn S31/S32 fährt auf diesem Abschnitt eingleisig und kreuzt die Landesstraße an einem mit Rotlicht gesicherten, aber nicht mit Schranken ausgestatteten Bahnübergang. Warum es trotz der Lichtsignale zur Kollision kam, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt, ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen die Ursache war.

Nach der Kollision breitete sich das Feuer rasch aus. Dichter schwarzer Rauch war weithin sichtbar. Die Feuerwehr war schnell vor Ort, konnte die Flammen jedoch erst gegen 15:40 Uhr unter Kontrolle bringen.

Drei Todesopfer und mehrere Verletzte – dramatische Rettungsaktion

Die Polizei bestätigte, dass drei Menschen bei dem Unfall ums Leben kamen. Die Fahrerin der Stadtbahn wurde als eines der Opfer identifiziert. Die beiden anderen Toten waren Fahrgäste. Ihre Identität wird noch geprüft.

Die Rettungskräfte konnten erst am späten Nachmittag die erste Leiche bergen. Als die Kriminaltechnik die Unfallstelle weiter untersuchte, wurden am Abend zwei weitere Leichen gefunden.

Der Fahrer des Tanklasters überlebte schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in eine Klinik. Neben ihm wurden zehn weitere Personen leicht verletzt, einige erlitten Rauchvergiftungen. Die genaue Zahl der Betroffenen ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Feuerwehr und Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Mehr als 60 Feuerwehrleute, zahlreiche Rettungskräfte und Polizisten waren vor Ort im Einsatz. Die Rauchentwicklung war so stark, dass die Bevölkerung über die App "Katwarn" gewarnt wurde. Nach etwa 90 Minuten konnte die Warnung wieder aufgehoben werden.

Ein Polizeihubschrauber wurde eingesetzt, um Luftaufnahmen des Unfallortes zu machen und die Einsatzkräfte zu unterstützen. Mehrere Feuerwehren aus der Region beteiligten sich an den Löscharbeiten.

Bahnstrecke und Landstraße bleiben gesperrt – Schienenersatzverkehr eingerichtet

Die Stadtbahn der AVG, die normalerweise zwischen Bruchsal und Odenheim fährt, ist auf diesem Abschnitt unterbrochen. Die Strecke der Linien S31 und S32 bleibt für mehrere Tage zwischen Zeutern und Odenheim gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Auch die Landesstraße L552 musste für die Bergungsarbeiten in beide Richtungen gesperrt werden. Bereits am frühen Dienstagabend traf ein Spezialunternehmen aus Karlsruhe mit einem Kranwagen an der Unfallstelle ein. Der völlig ausgebrannte Tanklaster wurde in der Nacht auf Mittwoch abtransportiert.

Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen noch nicht vor. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Die Polizei prüft, ob ein technisches Versagen oder ein menschlicher Fehler zum Unglück geführt haben könnte.

 Quelle: swr.de